Dann aber schafften es die Nazis, die Stadt in den Griff zu kriegen und wegen Holstentor und Backsteingotik zum Venedig des Nordens hochzujazzen und nebenbei die umfangreiche jüdische Gemeinde komplett auszulöschen. Aus Rache, weil Hitler vorher nie in Lübeck reden durfte, war eine seiner ersten verwaltungstechnischen Maßnahmen nach der Machtergreifung das Großhamburggesetz, mit dem Lübeck seine stolze Selbständigkeit als Reichsstaat verlor und dem engstirnigen Kiel unterstellt wurde. Trotz der großen Munitionswerke in Schlutup und der Erprobungsstelle der Luftwaffe gab es nur einen einzigen Luftangriff, der aber die Hälfte der Altstadt gründlich zerstörte.

Nach dem Krieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl, hinzukamen hunderttausend Flüchrlinge aus Pommern, Schlesien, Ostpreußen, die mit der historischen Bürgertradition etwa eines Thomas Mann und der Buddenbrooks gar nichtsanfangen konnten und so irrsinnige Dinge planten, wie die den Zubau der schönsten Sichtaschsen des Mittelalters mit grauen Kaufhäuskästen oder die Untertunnelung der Marienkirche mit einem Parkhaus. Zum Glück fehlte immer das Geld, mir aber hat sich daraus ein lebenslanger Horror vor sozialdemokratischer Stadtplanungskompetenz erhalten und ich mag gar nicht daran denken, was für gräßliche Potsdamer Plätze in ein paar Jahren auf dem Areal des Flughafens Tempelhof in Berlin entstehen werden, wenn die sozialdemokratische Betonmafia darauf den Zugriff bekommt. Tatsächlich wurden in dem alten schönen Lübeck mehr historische Bauten durch spießige Modernisierung zerstört als durch  Bomben.

Das zeigt: die Zerstörungsmacht des Kapitals ist gewalttätiger als alle Kriege. Und die stillose Dummheit einer SPD-Regierung ist das Allerfürchterlichste. Ich sage nur: Der blöde Beck.