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	<title>Kommentare zu: Heines Kommunismus</title>
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	<description>Entertainerphilosoph, Autor und Erfinder des Wortvarietés</description>
	<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 22:17:36 +0000</pubDate>
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		<title>Von: nothnagel</title>
		<link>http://www.drseltsam.net/blog/2006/07/heines-kommunismus/comment-page-1/#comment-6</link>
		<dc:creator>nothnagel</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Oct 2008 07:54:46 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Wolfgang, 

so war das schon in der zweiten Hälfte der 70er Jahre, als ich versehentlich Germanistik studierte: Jeder hämmert sich seinen Heine zurecht: Der akademische Rat, bei dem ich ein Heine-Seminar besuchte, gab uns zu verstehen, das ganze linke Zeug sei bei Heine nur eine Art Abirrung, eine typische Spinnerei eines haltlosen Kreativen gewesen; einzelne Seminarteilnehmer aber, die den K-Gruppen anhingen, wollten uns weismachen, Heine sei ein strammer Kommunist (womöglich gar ein Maoist!) gewesen, habe das aber selbst manchmal nicht genau gewußt.

Die Wahrheit ist bei Heine nicht so einfach, wie sie sich die Anbieter von Erlösungsweisheiten gern machen wollen und auch nicht so angenehm, wie die dümmsten Verteidiger der bürgerlichen Ordnung es gern hätten. Ein Teil von Heine hat den Kommunismus glühend herbeigesehnt, die Gründe für eine solche Sehnsucht lagen ja im "Deutschland" der Heine-Zeit auch nur allzu offen auf der Hand. Eine andere Provinz im Inneren des Dichters fürchtete den Kommunismus mit ebenso großer Intensität. Da sieht man die prophetischen Qualitäten des Harry Heine: Denn dass der Kommunismus nur eine andere Art des Grauens ist, das wissen wir ja heute leider sehr genau. Und das stellt Biermann doch sehr richtig dar.

Allerdings müssen wir froh sein, dass Biermann Heine nicht zur Rechtfertigung des Irak-Krieges benutzt. Keine Frage, dass Biermann, fast immer, wenn er sein eitles Mundwerk anwirft, erbärmlichen, wichtigtuerischen Unsinn absondert. In diesem Fall, finde ich, tut er es nicht. Wer heute noch über Kommunismus reden will (und das ist ja keineswegs überflüssig), der muss auf jeden Fall, um ernstgenommen zu werden, die gigantischen Verbrechen des realexistierthabenden Kommunismus mit erwähnen, um glaubwürdig zu bleiben und um ernstgenommen zu werden. 

Soweit meine bescheidene Meinung.

Mit den besten Grüßen,
Klaus Nothnagel</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang, </p>
<p>so war das schon in der zweiten Hälfte der 70er Jahre, als ich versehentlich Germanistik studierte: Jeder hämmert sich seinen Heine zurecht: Der akademische Rat, bei dem ich ein Heine-Seminar besuchte, gab uns zu verstehen, das ganze linke Zeug sei bei Heine nur eine Art Abirrung, eine typische Spinnerei eines haltlosen Kreativen gewesen; einzelne Seminarteilnehmer aber, die den K-Gruppen anhingen, wollten uns weismachen, Heine sei ein strammer Kommunist (womöglich gar ein Maoist!) gewesen, habe das aber selbst manchmal nicht genau gewußt.</p>
<p>Die Wahrheit ist bei Heine nicht so einfach, wie sie sich die Anbieter von Erlösungsweisheiten gern machen wollen und auch nicht so angenehm, wie die dümmsten Verteidiger der bürgerlichen Ordnung es gern hätten. Ein Teil von Heine hat den Kommunismus glühend herbeigesehnt, die Gründe für eine solche Sehnsucht lagen ja im &#8220;Deutschland&#8221; der Heine-Zeit auch nur allzu offen auf der Hand. Eine andere Provinz im Inneren des Dichters fürchtete den Kommunismus mit ebenso großer Intensität. Da sieht man die prophetischen Qualitäten des Harry Heine: Denn dass der Kommunismus nur eine andere Art des Grauens ist, das wissen wir ja heute leider sehr genau. Und das stellt Biermann doch sehr richtig dar.</p>
<p>Allerdings müssen wir froh sein, dass Biermann Heine nicht zur Rechtfertigung des Irak-Krieges benutzt. Keine Frage, dass Biermann, fast immer, wenn er sein eitles Mundwerk anwirft, erbärmlichen, wichtigtuerischen Unsinn absondert. In diesem Fall, finde ich, tut er es nicht. Wer heute noch über Kommunismus reden will (und das ist ja keineswegs überflüssig), der muss auf jeden Fall, um ernstgenommen zu werden, die gigantischen Verbrechen des realexistierthabenden Kommunismus mit erwähnen, um glaubwürdig zu bleiben und um ernstgenommen zu werden. </p>
<p>Soweit meine bescheidene Meinung.</p>
<p>Mit den besten Grüßen,<br />
Klaus Nothnagel</p>
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