Zitate (1990-1998)

Kulturfrühstück mit Kabarett zur Erbauung und Belehrung

LETTRE International, November 1990

Dr. Seltsams Frühschoppen: Der Geheimtip im Osten!

Radio SFB 4, 5. Januar 1991

Bleibt für Berlin West also Humorfaktor minus 6. In Berlin Ost gibt es “Die Distel”, im “Kartoon” die “Ökognome”, “Dr. Seltsams Frühschoppen” im “Subversiv”. Wir erteilen keine Note, sondern den Wendebonus - und hoffen.

“Deutscher Humor Extra” von Heidrun Noblé
MÄNNER-VOGUE, München, März 1991

Dr. Seltsam ist die Ruhe selbst. Er eröffnet die Stammtischrunde der besonderen Art, veranstaltet von dem legendären Entertainer, aufrechten Altmarxisten und passionierten Sammler von 3D-Fotos … “Keiner gehe von uns unbeschimpft”, lautet das Motto. Er jongliert mit dem täglichen Wahnsinn. Gekonnt und gnadenlos.

Carsten Herz, Der Tagesspiegel, 19. Mai 1991

… keine Bühne, lediglich ein Mauerdurchbruch … davor sitzen die Szene-Insider und warten darauf, beschimpft zu werden. Denn Dr. Seltsams Ziel ist es, “Stolpersteine in linke Denkstrukturen zu werfen”.

nn., Der Morgen, 15. April 1991

frühstück mit dr. seltsam findet im subversiv nicht mehr statt!! suchen verzweifelt nicht-sexistisches kabarett oder sowas! frühstück ab 12 uhr trotzdem. bäh.

BesetzerInnen-Zeitung BZ Nr.3, Berlin, 13. Juni 1991

Mittelpunkt und Blickfang ist jener bebrillte Enddreißiger im gelben Hemd mit schwarzer Fliege, der sich “Dr. Seltsam” nennt. Seine Vita: Junglehrer, linker Aktivist, Fernseh- und Theaterkritiker. Sein Traum: “Einmal die ARD-Nachtgedanken machen”. Dieser “Kulenkampf des Klassenkampfs” bringt jene Texte, bei denen einem bisweilen das Brötchen im Hals steckenbleibt. Seltsam will provozieren, seine Vorlieben und Abneigungen purzeln wild durcheinander. Alles irgendwo zwischen Marxismus, Bild-Zeitung und Lübecker Heimatnostalgie … Kein Ausruhen in vorgefaßten Klischees. Kein Herumreiten auf Platitüden. Kabarett zum Kauen.

T.F., Programmzeitung WIESE, Berlin August 1991

Der unter dem Psudonym Dr. Seltsam agierende Conférencier, ein smarter Enddreißiger, führt mit wohlgesetzten Worten durch ein scheinbar improvisiertes Programm. Die Mixtur aus brandaktuellem politischem Kabarett, Plauderei, Nonsens, improvisiertem Theater und nabelbezogener Innenschau dürfte in Berlin einmalig sein

A. Weidenauer, Berliner Morgenpost, 20. Oktober 1991

Empfehlenswert spritzig, komisch und bestechend originell! … Ein sowjetroter Ehrenwimpel “Bestes Kollektiv im sozialistischen Wettbewerb” schaukelt lässig im Durchzug, als Dr. Seltsam seltsam unspektakulär erscheint … Das ist aber insgesamt so unglaublich komisch, daß alle ganz traurig sind, als der Frühschoppen kurz vorm Dunkelwerden endgültig sein Ende gefunden hat. Die Truppe ist abgekämpft, das Publikum tobt.

Klaudia Brunst, Die Tageszeitung, Berlin, 7. Januar 1992

Dichtende Chaoten lümmeln sich.

Barbara Fuchs, Theater Der Zeit, Dezember 1991

Wo der Osten echt ist: Café Paz mit “Dr. Seltsams Frühschoppen”.

PRINZ, Dezember 1991

Politkasper.

Stephan Wiehler, Neue Zeit, 22. Februar 1992

In der Lächerlichkeit beruhigt Dr. Seltsam die strapazierten Geister. Wie in dem bekannten Film nur ein Verrückter das Inferno auszulösen vermag, kann nur ein Irrer den herrschenden Sarkasmus kreieren.

Mario Stumpfe, Neues Deutschland, 6. März 1992

Das Dasein der Menschen im Zeitalter der Prothese. Dr. Seltsams allsonntäglicher Frühschoppen strapaziert im Café Paz gnadenlos die Lachmuskeln der Besucher.

Martina Wagner, Berliner Zeitung, 3. August 1993

Mythos Vorlesen. Dr. Seltsam hat diese Art der Kommunikation zur Kunstform erhoben.

Martin Schwarz, Stadtmagazin Zitty, 17/1993

Am Sonntag auf gar keinen Fall verpassen: Dr. Seltsams Zeitgedanken - 1 Stunde vorher da sein! Brechend voll! KULT-Termin!

Prinz Berlin, April 1994

Lou-van-Burg-Type des Undergrounds.

Guido Schirmeyer, BZ, 9. Juli 1994

Die fünf netten Herren um Dr. Seltsam haben sich in Berlin einen Kultstatus erlesen. So etwas wünschen wir uns alle Jahre wieder.

ei., WAZ, Herne, 9. Dezember 1994

Sechs-Forscher - Inhaber von zahlreichen Patentrezepten.

Thomas Schäfer, “Safer Science” Projektzeitung der TU Berlin, Dezember 1994

Wer in der Berliner Szene mitreden will, muß diese Leute kennen: … Seltsam: Ein Kaffee für Stalin. Der Werftarbeiter wurde wegen Anbohren eines Minensuchbootes gefeuert. War Schuldirektor, Vertreter, Dichter. Ein Stalinist im Schafspelz des Party-Helden. Sein Sonntags-Frühschoppen im Café Paz ist Kult.

Tb, Bild Berlin, 18. Januar 1995

Während das Publikum Kaffee, Tee und Kuchen auf den Knien balanciert, jonglieren die fünf Stammtisch-Künstler mit Pointen: Dr. Seltsam, mit schnieker Fliege und das strähnige Haar zum Zopf gebunden, lästert sich durch die Berliner Medienlandschaft und moderiert das zweistündige Programm.

Iris Brennberger-Zens, Gut drauf und voll daneben. Die Berliner Off-Szene, Argon-Verlag Berlin, März 1995

Das beste Kabarett der Stadt.

Max, Hamburg, 1997 und 1998

Wer Berlin besucht und etwas Kultur erleben will, sollte sich die großen Musicals, die man überall sehen kann, sparen, und stattdessen das Einmalige suchen. Daß die Stadt damit nicht wirbt, ist dumm genug.

Rainer Katlewski, Trottoir, 1997

Die Verschiedenheit wird nicht versteckt, sondern offensiv ausgelebt. Dabei setzt der Doktor auf ein Publikum, das mitdenkt. Nicht unbedingt Harald-Schmidt-kompatibel, die bissigste Veranstaltung, die es Sonntags in Berlin gibt.

rem, Berliner Morgenpost, 2. Oktober 1998

Dieter Kunzelmann lebt. Das teilte Dr. Seltsam am Rande einer Gedenkveranstaltung im Kreuzberger Café “Kato” mit; die KPD/RZ habe ihn zum Spitzenkandidaten für die nächsten Wahlen gekürt.

Reiner Schweinfurth, Der Tagesspiegel, Berlin, 19. Dezember 1998